Zur Prüfung des Standortes auf Eignung für eine Erstaufnahmestelle für geflüchtete Menschen in Groß Weeden erklärt der Landtagsabgeordnete der SPD, Peter Eichstädt:

"Ich habe Verständnis für die Beunruhigung der Anwohner in Groß Weeden und Umgebung. Über eine solche Einrichtung muss natürlich von allen beteiligten Ebenen umfassend informiert werden. Dies wird auch zeitnah geschehen.

In der derzeitigen Situation, in der von unvorstellbarem Leid gepeinigte Menschen in großer Zahl zu uns kommen und ein erstes Dach über dem Kopf benötigen, ist eine rechtzeitige Information nicht immer vollständig zu gewährleisten, zumal die Abstimmungen mit Kreis und Amt gerade erst begonnen hatten. Trotzdem ist es verständlich, dass zu diesem Zeitpunkt das Amt an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Eine frühere Information hätte an der Notwendigkeit, auch diesen Standort zu prüfen, natürlich nichts geändert.

Zurzeit richtet sich Schleswig-Holstein auf eine Verdoppelung der erforderlichen Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen ein. Dabei sind auch weiter alle Kreise und Städte gefordert.

Die Frage ist nicht, ob die vor Krieg und Gewalt flüchtenden Menschen zu uns kommen. Sie werden kommen und müssen so gut wie möglich aufgenommen und betreut werden.

Das ist nicht nur im Interesse der Flüchtlinge, sondern in unserem eigenen und wesentliches Merkmal unserer humanen Gesellschaft. Das augenblicklich im Vordergrund stehende Herausforderung ist, möglichst für alle eine winterfeste Unterkunft zu schaffen.

Die Menschen im Amt Berkenthin haben in den vergangenen Monaten eine bewundernswerte Willkommenskultur entwickelt. Hieran sind Kirchen, Verbände, Kommunen, ehrenamtliche Politik und viele einzelne Bürger beteiligt. Ich bin sicher, dass sich diese Hilfsbereitschaft auch auf eine mögliche Erstaufnahmeeinrichtung in Groß Weeden erstrecken würde.

Natürlich wäre es auch für die Geflüchteten besser, geeignete Standorte würden wegen der besseren Infrastruktur im Umfeld der Städte gefunden. Hier muss auch der Kreis prüfen, ob es solche gibt.

Ärgerlich ist es, wenn Unternehmer versuchen, das Amt Berkenthin unter öffentlichen Druck zu setzen, eine Erstaufnahmeeinrichtung verhindern zu können, wenn für sie dort Bauland ermöglicht wird. Dieses gezielt in die Öffentlichkeit getragene Angebot ist unmoralisch. Geschäftemacherei auf Kosten der geflüchteten Menschen und der Öffentlichkeit wird in dieser Situation leider auch an anderen Orten versucht. Ich hoffe aber, das Amt Berkenthin lässt sich hierdurch nicht unter Druck setzen."

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