Bildung ist ein bedeutendes Thema in unserem Kreis. Krippen, Kindergärten und Schulen sind Mittelpunkt des kulturellen Lebens einer Gemeinde.

Vielfältige Bildungs- und Betreuungsangebote in den Kommunen und eine attraktive Schullandschaft sind wesentliche Standortkriterien.

Durch Nachmittagsbetreuung müssen auch Angebote geschaffen werden, die über die schulischen Belange hinausgehen.

Durch die demografische Entwicklung, finanziellen Rahmenbedingungen sowie die Schulgesetzänderungen von 2007 und 2010 hat sich die Schullandschaft in den vergangenen Jahren in Schleswig-Holstein und dem Kreis Herzogtum Lauenburg verändert.

Zukunftskonzepte entstehen dabei auch im Dialog mit Nachbargemeinden. Die Erreichbarkeit von Schulen ist ein wesentlicher Faktor in der Schulentwicklungsplanung für unseren Kreis. Menschen jeden Alters sollten von Bildungslandschaften profitieren. Deshalb werden wir uns besonders für folgende Maßnahmen auf der Kreis- und Landesebene einsetzen:

  • Bestmögliche Förderung aller Kinder,
  • gute Erreichbarkeit von Bildungsangeboten,
  • Ganztagsangebote und Schulsozialarbeit,
  • Schulen, deren Angebote die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten und -bedarfe der Kinder aufgreifen sowie als Ort des gemeinsamen Gestaltens wahrgenommen werden.

Gute Bildung von Anfang an

Gute Bildung ist das Fundament für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit.

Unter dem Motto „kein Kind zurücklassen“ verstehen wir, dass vom Kindergarten bis zum Eintritt in das Berufsleben jeder Mensch die erforderliche Unterstützung und Förderung erhält, die er individuell für die Entwicklung seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten benötigt.

Der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder im Alter unter drei Jahren und der damit verbundene Rechtsanspruch ab Sommer 2013 hat für uns oberste Priorität.

Wir unterstützen den Ausbau von Kindertagesstätten. Dabei kann eine bedarfsgerechte Anzahl an Tagesmütterplätzen eine gute, ergänzende Alternative sein. Wichtig ist, dass die Kinderbetreuungsplätze im Umfeld der Kinder liegen. Öffnungszeiten in Betreuungseinrichtungen sind immer noch eine große Hürde, um eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Wir benötigen deshalb mehr flexible Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten.

Die Kinderbetreuungslätze müssen für Eltern bezahlbar bleiben. Ein kostenfreies Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt ist nach wie vor unser Ziel. Mit Unterstützung werden wir die ärmsten Familien ganz von den Kitagebühren befreien.

Wir unterstützen Sprachförderung und -vermittlung an Kindertagesstätten/in Kindergärten und Schule.

Sprachenvermittlung beginnt bei den Jüngsten. Für den Ausbau der Kindertagesstätten und Familienzentren erwarten wir Unterstützung durch den Bund.

Das mit schwarz-gelber Mehrheit geschaffene Betreuungsgeld lehnen wir ab, da es sowohl bezüglich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als auch integrationspolitisch falsche Anreize setzt und Inklusion entgegen wirkt.

Wir werden in einem transparenten Dialog die jetzige Form der Finanzierung der Kindertagesstättenplätze im Kreis auf den Prüfstand stellen. Gemeinsam mit Trägern und Kommunen wollen wir ein faires Regelwerk entwickeln, das allen Beteiligten Planungssicherheit ebenso garantiert wie gute pädagogische Arbeit.

Wir treten ein für gleiche Bildungschancen, für bestmögliche individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin sowie für längeres gemeinsames Lernen, unabhängig von Herkunft oder sozialem Umfeld. Ein wohnortnahes Angebot von Grund- und weiterführenden Schulen ist dazu notwendig.

Wir unterstützen die Bemühungen der Gemeinschaftsschulen im Kreis, die eine Oberstufe aufbauen wollen, denn wir wissen: mehr Angebote schaffen mehr Abschlüsse. Zur Stärkung der Gemeinschaftsschulen zählt auch die Kooperationsmöglichkeit mit anderen weiterführenden Schulen, wie z.B. dem beruflichen Gymnasium.

Die SPD bekennt sich klar zu einem zweigliedrigen Schulsystem mit G8-Abitur an Gymnasien und G9-Abitur an Gemeinschaftsschulen. Dabei ist eine verlässliche Unterrichtsversorgung mit mehr Ganztagsangeboten unser Ziel. Wir begrüßen das Engagement und die Vielfalt unserer Vereine und Verbände an den Schulen, die deutlich machen, dass Bildung ein ganzheitlicher Auftrag der Gesellschaft ist.

Die Eigenständigkeit der offenen Jugendarbeit darf dabei nicht in Frage stehen. Stärkung und Ausbau der außerschulischen Lernorte in der Jugendarbeit sind unser Anliegen.

Wir halten es für notwendig, Schulsozialarbeit an Schulen dauerhaft zu installieren. Deshalb wollen wir die mit dem Bildungs- und Teilhabepaket eingeführten Maßnahmen in der Schulsozialarbeit nach Ablauf des Programms 2013 verstetigen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Bund und Land weiterhin entsprechende Mittel bereitstellen, um so unseren Schulträgern Planungssicherheit zu geben.

Die finanzielle Situation der Schulträger ist auch auf Landes- und Bundesebene zu berücksichtigen.

Die Stärkung von Sozialkompetenz und Medienkompetenz sowie Projekte zur Förderung von Demokratie-Verständnis auch und gerade an Schulen ist uns ein wichtiges Anliegen.

Inklusion in der Schule

Im Zusammenleben mit Menschen mit Behinderungen ist Inklusion unser zentrales Ziel. Wir wollen deshalb in Zukunft alle Kinder unter einem gemeinsamen Dach unterrichten. Hier gilt es, Kooperationen zwischen Schulen zu finden, die dann als Kompetenzzentrum agieren können. Ein erstes Modell für den Kreis ist in Mölln denkbar, wo zwei Förderzentren gemeinsame Strukturen aufbauen mit dem Ziel, dass möglichst viele Kinder mit Behinderungen unsere Regelschulen besuchen können. Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen erfordert aber auch eine Weiterentwicklung der Lehrerfortbildung und die personelle Ausstattung der Schulen, die wir einfordern werden.

Kosten der Schülerbeförderung

Mit der aktuellen Regelung zur finanziellen Eigenbeteiligung der Schülerbeförderung hat die bisherige Kreistagsmehrheit die Eltern und Kinder im Kreis so stark belastet wie kein anderer Kreis in Schleswig–Holstein. Erst auf massiven Druck von Eltern und der SPD-Kreistagsfraktion konnte erreicht werden, dass wenigstens eine Geschwisterregelung eingeführt wurde.

Aber auch mit der jetzigen Regelung ist der Kreis Herzogtum Lauenburg immer noch “negativer Spitzenreiter“. Zugang zu Bildung wird hierdurch einkommensabhängig erschwert.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass durch die Gesetzgebung in Kiel die Eigenbeteiligung von Schülerbeförderung in das Ermessen der einzelnen Kreise gesetzt wird. Wir werden uns für eine sozial deutlich ausgewogenere Regelung, als die derzeit im Kreis Herzogtum Lauenburg geltende, einsetzen. Grundsatz soll sein, dass die schulische Bildung unserer Kinder ein Grundrecht ist, das nicht durch unzumutbare finanzielle Belastungen der Eltern eingeschränkt werden darf. Wir streben deshalb einen bald möglichstvollständigen Wegfall der Eigenbeteiligung an.

Berufliche Aus- und Weiterbildung

Unser weltweit anerkanntes Duales Ausbildungssystem ist Teil des Lebenslangen Lernens. Um auch weiterhin für eine bedarfsgerechte Zukunft gewappnet zu sein, wird die enge Verzahnung von Wirtschaft, Berufsschule und beruflicher Fort- und Weiterbildung unerlässlich ausgebaut werden müssen. Unseren Jugendlichen sind Bildungsangebote auf unterschiedlichem Niveau anzubieten. Mit unserem differenziert agierenden Regionalen Bildungszentrum (RBZ) in Mölln und Geesthacht, den zwei Pflegeschulen in Lauenburg und Mölln sowie der kostenlosen Bildungsberatung für Berufstätige sind wir im Kreis gut aufgestellt, um die notwendige berufliche Aus- und Fachfortbildung zu initiieren und Qualitätssicherung in der Bildung zu garantieren. Hiermit begegnen wir präventiv einem möglichen Fachkräftemangel.

Volkshochschulen und Büchereien

Volkshochschulen übernehmen die Aufgabe als kommunale Weiterbildungszentren und unterstützen mit ihren Angeboten wichtige Elemente des lebenslangen Lernens u.a. in den Bereichen Politik und Gesellschaft, Kunst und Kultur, Allgemein- und Gesundheitsbildung sowie beruflicher Fortbildung. Mit ihren Vorbereitungskursen zu Schulabschlüssen übernehmen sie eine ergänzende Pflichtaufgabe unseres demokratischen Gemeinwesens. Bezahlbare Bildung in den Volkshochschulen wird nur möglich sein, wenn kommunale Fördermittel für deren Fortbestand zur Verfügung gestellt werden. Dies gilt ebenso für Büchereien, für deren Erhalt im Kreis sich die SPD auch weiterhin einsetzen wird.

Kunst und Kultur

Kunst und Kultur leisten wichtige Aufgaben für gesellschaftlichen Fortschritt und Zusammenhalt. Sie aktivieren Menschen, wecken Kreativität und stärken das Sozialverhalten. Die Förderung von Kunst, Kultur und kultureller Bildung bedeutet zugleich, dass alle BürgerInnen des Kreises gleiche Zugangschancen zu kulturellen Angeboten haben. Die Kulturarbeit des Kreises wird federführend von der Kulturstiftung Herzogtum Lauenburg durchgeführt. Wenn der Kreis diese Einrichtung weiter fördert, muss die Einbindung und Beteiligung aller Kulturschaffenden sichergestellt sein. Wir wollen den ständigen Dialog aller Beteiligten.

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