Wirtschaftsförderung besteht für uns nicht darin, für viel Geld Werbekampagnen zu entwickeln, um Betriebe aus anderen Regionen für eine Ansiedlung im Kreis abzuwerben.

Solche Standortinitiativen, wie in der vergangenen Wahlperiode mit Ausgaben von nahezu 3.000.000 €, gegen unsere Stimmen von der CDU/FDP-Mehrheit des Kreistages beschlossen, ignorieren jede gesamtgesellschaftliche Verantwortung und verbrauchen die knappen öffentlichen Mittel zur regionalen Verlagerung von Arbeitsplätzen, ohne einen Gewinn für die Bevölkerung unseres Landes.

Darüber hinaus werden durch Schaffung eines künstlichen Wettbewerbes in der Region jahrelange Bemühungen und Erfolge überregionaler Zusammenarbeit, zum Beispiel in der Metropolregion Hamburg, konterkariert. Vorteile aus der Nähe unseres Kreises zur Weltstadt Hamburg können wir nicht nutzbar machen wenn wir in Konkurrenz zu dieser Stadt treten. Stattdessen wollen wir abgestimmt mit dem übrigen Umland ein Gesamtangebot für Wirtschaft und Bevölkerung schaffen. Aus diesem Grunde wurde die Metropolregion Hamburg ins Leben gerufen, die inzwischen viele Erfolge aufzuweisen hat, wie der jüngste Beitritt der Städte Neumünster und Lübeck und der Kreise Ostholstein, Steinburg, Dithmarschen, Nordwestmecklenburg und Ludwigslust - Hagenow zeigt.

Eine sozialdemokratische Wirtschaftsförderung verfolgt das Ziel der nachhaltigen Einkommenssicherung für den größtmöglichen Anteil der Bevölkerung. Die Ansiedlung und der Erhalt krisenfester Arbeitsplätze hat daher Vorrang vor Profitmaximierung für Einzelne, wenngleich Unternehmensgewinne im Kreis die Voraussetzung für die Schaffung von Arbeitsplätzen sind.

Ausdrücklich begrüßen wir auch alle Initiativen zur Gründung von Betrieben und Schaffung von Arbeitsplätzen in neuen zukunftsfähigen Branchen, wie in dem Bereich der Erneuerbaren-Energien-Technologien oder der Informationstechnologie.

Ein nicht unerheblicher Anteil der Wirtschaft im Kreis findet im touristischen Bereich statt. Diese Branche bietet auch weiteres Entwicklungspotenzial. Wir unterstützen daher die Bemühungen, neue touristische Angebote und touristische Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln.

Bereits in der Vergangenheit hat sich die SPD-Kreistagsfraktion sehr aktiv im Interesse des Lauenburgischen Handwerks und seiner besonderen Rolle bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen für die Jugendlichen unseres Kreises dafür stark gemacht, dass Lohn- und Preisdumping vermieden wird. Dadurch kann ein Beitrag zur Unterstützung des handwerklichen Mittelstandes in unserer Region geleistet werden. Die SPD-Kreistagsfraktion begrüßt die Bestrebungen der Landesregierung, ein Tariftreuegesetz in Schleswig-Holstein zu verabschieden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieses Gesetz konsequent auch bei Aufträgen, die im Kreis vergeben werden, zur Anwendung kommt. So können wir das Lauenburgische Handwerk unterstützen und Arbeitsplätze langfristig sichern.

Darüber hinaus muss die Bekämpfung von Schwarzarbeit forciert werden. Schwarzarbeit vernichtet Arbeitsplätze. Wir werden mit der Kreishandwerkerschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg nach der Kommunalwahl zeitnah Gespräche führen, welche ergänzenden Maßnahmen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit in unserem Kreis sinnvoll und notwendig sind. Dabei sollen kreisübergreifende Kooperationen ausdrücklich gesucht werden.

Wir setzen uns für mehr Integrationsarbeitsplätze im Kreis Herzogtum Lauenburg ein. Hierzu sollen Gespräche mit Einrichtungen und Gesellschaften, auf die der Kreis unmittelbar Einfluss hat, geführt werden.

Darüber hinaus wollen wir eine politische Initiative in Richtung Kommunen und Verwaltung des Kreises ergreifen und mit der Kreishandwerkerschaft und der IHK abklären, inwieweit auch privatrechtliche Arbeitgeber im Kreis eingebunden werden können. Einzelheiten der weiteren Vorgehensweise wollen wir mit den im Kreis ansässigen Einrichtungen für behinderte Menschen abklären.

Tourismus fördern

Gerade im relativ wirtschaftsschwachen Norden unseres Kreises, aber auch an der Elbe, kommt dem Tourismus als Wirtschaftsfaktor eine besondere Rolle zu. Die von der SPD-Kreistagsfraktion vor Jahren initiierte „Herzogtum Lauenburg Marketing- und Servicegesellschaft“ (HLMS) hat hier in den vergangenen Jahren wertvolle Arbeit geleistet.

Unsere Zielsetzung, dass dabei alle Beteiligten und Akteure im Kreis an einem Strang ziehen, ist weitgehend realisiert worden. Die HLMS wird dabei weiter unsere Unterstützung erhalten. Eine ständige Fortentwicklung des touristischen Angebotes, eine Qualitätsverbesserung und eine stetige Neuausrichtung auf die touristischen Marktbedürfnisse stehen dabei im Vordergrund. Tourismus im Kreis Herzogtum Lauenburg bedeutet auch, den Tourismus auszuweiten.

Entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen haben die Bedeutung dieses Tourismuszweiges aufgezeigt. Wir werden deshalb die Kooperationsmöglichkeit mit unseren Nachbarn, insbesondere der Freien und Hansestadt Hamburg, weiter forcieren.

Eine noch engere Verzahnung mit dem attraktiven Biosphärenreservat Schaalsee muss ebenfalls Ziel der Kreispolitik sein. Der Kreis Herzogtum Lauenburg ist landschaftlich zu schön, um die touristischen und damit auch wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten „liegen zu lassen“.

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