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So lautete die Fragestellung in einer Informations- und Diskussionsveranstaltung des SPD-Kreisverbandes in Labenz. Gut 30 interessierte Kommunalpolitikerinnen und –politiker sowie Verwaltungsexperten sowie auch Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Kreisgebiet waren der Einladung der SPD gefolgt.

Unter Ihnen auch der Kreisvorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages (SHGT) im Herzogtum Lauenburg, Martin Voß aus Fitzen.

Sie erlebten - unter Einhaltung von Corona-Abständen und Hygieneregeln - einen interessanten Abend:

Ulrich Hardtke, Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Labenz, Amtsvorsteher des Amtes Sandesneben-Nusse und Vorsteher des Zweckverbandes Abwasserverband Sandesneben: „Klärschlamm ist meines Erachtens eher Segen als Fluch. Wertvolle Rohstoffe wie Phosphor aber auch schädliche Inhaltsstoffe wie Mikroplastik oder Medikamentenreste verdienen eine sachgerechte Behandlung. Dieses Umweltthema ist genauso wichtig, wie die Diskussion um CO²! Schließlich geht es um die Reinhaltung unseres Trinkwassers, dem wichtigsten Lebensmittel auf der Erde.“

Dennis Kissel, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft Südholstein (AWSH), sach- und fachkundiger Experte in Sachen Abfall: „nach einschlägiger ‚Abfallhierarchie‘ ist die Verwertung des Klärschlamms der schlichten Entsorgung vorzuziehen. Darüber hinaus gilt das ‚Verursacherprinzip‘. Damit liegt die Verantwortung bei den Gemeinden, die sich sinnvollerweise in Zweckverbänden organisieren sollten. Ich bin da derzeit gar nicht zuständig.“

Stefan Weber, Landtagsabgeordneter (MdL) und in der SPD-Landtagsfraktion zuständig für umwelt- und abfallpolitische Themen: „Der Abfallwirtschaftsplan der derzeitigen Landesregierung ist auf die sogenannte ‚Monoverbrennung‘ in den bislang noch nicht dafür ausgerichteten Müllverbrennungsanlagen (MVA) in Stapelfeld und Kiel fokussiert. Zweifel an der Realisierung dieser Pläne sind deshalb angebracht. Als Bürgermeister der Gemeinde Sievershütten im Kreis Segeberg bin ich froh, dass wir dort seit den 50er Jahren einen kreisweiten Zweckverband haben, in dem alle Gemeinden am selben Strang ziehen.“

Dr. Nina Scheer, SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete (MdB) schlug den Bogen zu landwirtschafts- und nahrungsmittelpolitischen Zusammenhängen: „Qualität kostet! Ökologisch und ökonomisch sinnvolle Klärschlammverwertung ist werthaltig und uns darf dies auch etwas kosten. Denn ohne dies wird es insgesamt teurer – sei es durch Folgekosten durch verseuchtes Grundwasser, mit Schadstoffen belastete Lebensmittel oder auch Lasten für die menschliche Gesundheit. Insofern sind Alternativen zum heutigen Aufbringen von durchschnittlich noch einem Großteil aller Klärschlammmengen auf landwirtschaftliche Nutzflächen auch im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft.“

Zahlreiche Wortmeldungen und Nachfragen aus dem Publikum belegten nicht nur das Interesse an der Thematik sondern auch dessen Komplexität. 

SHGT-Vorsitzender Martin Voß konstatierte, dass es seiner Erfahrung nach schwierig sei, alle Gemeinden des Kreises unter einen Hut zu bringen. Das Beispiel des Kreises Segeberg beeindrucke ihn. Auch im Kreis Herzogtum Lauenburg wäre ein gemeinsames Vorgehen anzustreben, wobei die Gebietskörperschaft „Kreis“ eine wichtige „Klammerfunktion“ wahrnehmen sollte.

Versammlungsleiter Manfred Börner, stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender und Abgeordneter im Lauenburgischen Kreistag: „Ich stelle fest, dass dieses für manche ‚unappetitliche‘ Thema auch auf die Agenda der Kreispolitik gehört. Daraus kann sich dann ja durchaus eine Auftragslage für die AWSH entwickeln.“

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